Hochdruck-Wassernebel zur Brandbekämpfung

Wissenswertes und Wirksamkeit
Durch den Umsatz des fein vernebelten Wassers unmittelbar an der Flamme, entsteht eine große Menge Wasserdampf, der die Umgebungsluft und somit den Sauerstoff verdrängt. Dadurch wird die Flamme erstickt.
Der Übergang aus der Flüssig- in die Gasphase bindet eine hohe Menge an Energie. Durch die enorme Oberflächenvergrößerung des vernebelten Wassers wird die Verdampfungsenthalpie optimal ausgenutzt.
Auch heiße Rauchgase, die hoch toxisch für Menschen und Tiere sind, aber auch enorme Sachschäden verursachen, werden mit Hochdruck-Wassernebel niedergeschlagen. Ein weiterer Löscheffekt des Wassernebels – wie ihn sonst nur Pulverlöschanlagen mit sich bringen – ist das Blockieren von Wärmestrahlung, die maßgeblich an einer Brandausbreitung beteiligt ist.

Hochdruck-Wassernebel zur Brandbekämpfung

Wirkmechanismus von Hochdruck-Wassernebel
Brandtest mit einer Leistung von 11 Megawatt. Ein vorgeheizter Transformator nach mehr als zwei Minuten Vorbrandzeit.
Löschung innerhalb 30 Sekunden mit weniger als 129 Litern Wasser.

Callies Hochdruck-Wassernebel-Systeme:

Alle Vorteile verschiedener Löschsysteme in einem!

Sprinkler
  • keine Personengefährdung
  • geringe Kosten Löschmedium
  • keine Vorwarnzeit
  • keine Detektionstechnik
  • keine Personalunterweisung
  • Kühlwirkung
  • lokale Löschung am Brandort
Hochdruck-Wassernebel
  • Rauchgasauswaschung
  • Behinderung der Wärmestrahlung
  • geringe Bevorratungskosten des Mediums
Gaslöschanlage
  • keine Verschattungen
  • Vollflutung
  • geringe Folgeschäden
  • schnelle Wiederaufnahme des Betriebes
  • keine kontaminierten Löschwassermassen
  • erstickende Löschwirkung
Energiebedarf für Phasenübergang von flüssig zu gasförmig.
Der Phasenübergang im Verdampfungsprozess nimmt eine hohe Energiemenge in Anspruch, die dem Brand entzogen wird. HDWN-Systeme haben durch ihre große Reaktionsoberfläche sowie ihre gasförmige Aerosolverteilung einen idealen Verdampfungsanteil des Löschmediums.
Wenig Wasser – wenig Schaden
Der geringe Wasserbedarf einer Hochdruck-Wassernebel-Löschanlage, im Vergleich zu konventionellen Sprinkleranlagen, reduziert nicht nur die vorzuhaltende Löschwasserreserve, sondern auch die Schäden im Falle einer Auslösung. Dadurch sind die Ausfallzeiten der betroffenen Flächen deutlich geringer, was den Gesamtschaden erheblich reduziert.
Hochdruck-Wassernebel Düse

HDWN Düsentechnik

Vom Wasser zum Nebel
Rohrleitungen und Düsen
Das Rohrleitungssystem besteht aus einem Hauptrohr, das zentral in frostfreier Umgebung liegt. Je nach Anwendungsfall führen ein oder mehrere Leitungsrohre zu jedem geplanten Brandabschnitt. Zu Beginn jedes Zuleitungsrohres zu jedem einzelnen Abschnitt liegt ein Verschlussventil mit einer Fernanzeige. Das Rohrleitungssystem besteht aus rostfreiem Edelstahl. Das Hauptrohr wird mit hochwertigen Pressfittingen gefügt, die Düsenanschlussleitungen und Verteilerrohre sind mit Schneidringen verbunden.

Der Wasserverbrauch pro Düse variiert in der Masse zwischen 2,8 Liter/Minute und 25 Liter/Minute, abhängig von der Raumbeschaffenheit. Das bedeutet eine wesentliche Reduzierung des Wasserverbrauchs gegenüber einem herkömmlichen Sprinkler (80-250 Liter/Minute), wodurch auch die Rohrleitungsquerschnitte entsprechend kleiner ausgeführt werden können. Normalerweise wird das Hauptrohr in Leitungsstärken von 33, bzw. 42 mm ausgeführt und die Rohre, die zur Düse führen, verfügen über einen Durchmesser von 10, oder 12mm. Damit werden extrem einfache Verlegearbeiten ermöglicht.

Die Düsenköpfe können sowohl als offene Düse (Deluge) für ein "Trocken"-System oder als geschlossene Düse mit "Schmelzfässchen", oder "Glaskolbensicherung" für ein "Nass"-System geliefert werden.
Trockene Systeme
Offene Düsensysteme bestehen aus einem Düsenkopf, der mit Mikrodüsen bestückt ist, oder einzelnen Mikrodüsen, die direkt auf der Versorgungsrohrleitung angebracht sind. Bei der offenen Düse wird das Wasser bereits dann vernebelt, wenn die Hochdruckpumpe entweder automatisch durch ein erfolgtes Detektorsignal oder manuell in Gang gesetzt wird.
Nasse Systeme
Geschlossene Düsensysteme bestehen ebenfalls aus mit Mikrodüsen bestückten Düsenköpfen, die allerdings mit kleinen Schmelzfässchensicherungen in Glas oder Kunststoff versehen sind und erst bei einer Wärmebeaufschlagung (verschiedene Varianten ab 56°C stehen zur Verfügung) den Weg für das Wasser freigeben. Jede Düse ist mit einem Filter versehen, um Verstopfungen zu verhindern. Jeder Düsenkopf wiederum ist in poliertem, chrombeschichteten Messing oder poliertem, rostfreiem Stahl lieferbar, letzterer zur Verwendung in aggressiver Umgebung. Zur Erzielung besonderer architektonischer Effekte sind Düsen nach Absprache auch in farblichen Sonderwünschen lieferbar. Der Wasserverbrauch wird individuell durch die vorhandene Brandlast bestimmt und kann durch Austauschen der Mikrodüsen im Düsenkopf verändert und so jederzeit den tatsächlichen Erfordernissen entsprechend angepasst werden.
Auslösung
Zum Auslösen des Systems ist ein Startsystem für die Hochdruckpumpe erforderlich. Das System kann entweder durch Signal von einem Druckregler (Druckabfall löst Düse aus, geschlossenes System) oder durch Signal vom Feueralarmsystem/Brandmeldetechnik ausgelöst werden. Zusätzlich kann das System auch manuell ausgelöst werden. Diese Varianten können sowohl durch automatische, als auch durch halbstationäre Callies-Fahrzeugsysteme eingespeist werden.